Als Vorschullehrerin begleite ich jedes Jahr aufs Neue Familien beim Übergang von der Kita in die Schule. Die Zeit, in der viele Eltern nicht nur von Vorfreude begleitet werden, sondern auch von Ängsten und Sorgen. Ist mein Kind schon bereit für diesen Schritt? Wird mein Kind diesem Druck standhalten?

Zuhause stapeln sich teilweise die Vorschulhefte, mit dem Kind wird das Schreiben des eigenen Namens geübt und das erste Zählen wird zusammen auf dem Sofa geübt, immer und immer wieder. Und trotzdem bleibt dieses nagende Gefühl: Reicht das?

Fast jede Mutter und jeder Vater, den ich begleite, trägt genau diese Frage mit sich. Und ich verstehe sie total, denn der Übergang von der Kita zur Schule fühlt sich für viele Familien wie ein großer Sprung an. Ein Sprung, auf den du dein Kind irgendwie vorbereiten möchte. Am liebsten richtig.

Was ich dir heute zeigen möchte: Dieser Sprung gelingt nicht unbedingt mit mehr Üben, sondern mit einem anderen Blick darauf, was dein Kind für einen wirklich guten Schulstart braucht. Ich möchte dir den Druck nehmen und dir zeigen, wie einfach du dein Kind im Alltag wirklich unterstützen kannst.

Inhalte im Überblick


Warum der Übergang von der Kita zur Schule für viele Kinder so groß ist

Die Einschulung ist für Kinder ein riesen Schritt. Plötzlich ist alles neu: die Umgebung, die Lehrkräfte, die Mitschüler, die Regeln. Es gibt Zeiten, in denen dein Kind stillsitzen soll, Aufgaben, die es alleine schaffen muss, und Momente, in denen ihm niemand erklärt, was als nächstes kommt.

Hinzu kommt, dass die Kinder in der ersten Klasse oft das erste Mal mit Leistungserwartungen konfrontiert werden, weil Lernen nun ein konkretes Ziel hat. Und genau das spüren Kinder. Das ist der Moment, in dem Vergleiche noch sichtbarer werden.

Viele Eltern berichten mir, dass sie kurz vor dem Schulstart kleine Veränderungen bei ihren Kindern bemerken. Neben der Freude und positiven Aufregung kommen nämlich auch die Unsicherheiten. Das Kind wirkt unruhiger, klammert mehr oder zieht sich zurück. Auch wenn dein Kind nicht über die Schule oder Gefühle spricht, können das Anzeichen dafür sein, dass innerlich etwas passiert. Das Kind weiß seine Gefühle nicht ganz einzuordnen und zeigt dies im Äußeren.

Und genau deshalb lohnt es sich, einen Moment innezuhalten und zu fragen: Was braucht mein Vorschulkind gerade wirklich, um diesen Übergang gut zu meistern?

Viele Eltern schauen zuerst auf Buchstaben und Zahlen, aber oft sind ganz andere Fähigkeiten entscheidend

Buchstaben üben, Zahlen kennen oder den eigenen Namen schreiben können ist nicht falsch. Wirklich nicht. Aber aus meiner Erfahrung in der Vorschulpraxis weiß ich: Die Kinder, die in der Schule gut ankommen, sind nicht immer die, die am meisten vorher gelernt haben.

Es sind oft die Kinder, die sich etwas zutrauen. Die sich Hilfe holen, wenn sie nicht weiterkommen. Die mit einem Fehler umgehen können, ohne sofort in Tränen auszubrechen. Die bei einer Aufgabe dran bleiben, auch wenn es nicht sofort klappt, oder es eine unbeliebte Aufgabe ist.

Lernen gelingt nämlich nur dann leichter, wenn bestimmte Grundlagen vorhanden sind. Und die haben weniger mit Vorschulheften zu tun, sondern mehr mit dem, was in deinem Kind steckt. Und genau das sehe ich in meiner täglichen Arbeit. Ein Kind, das schon Buchstaben kennt und erste Wörter schreibt, aber Angst vor Fehlern hat, wird in der Schule schnell unglücklich. Ein Kind, das noch keine Buchstaben kennt, aber neugierig und zuversichtlich ist, findet oft erstaunlich schnell seinen eigenen Weg.

Das bedeutet nicht, dass schulisches Vorwissen unwichtig ist. Aber es bedeutet, dass es alleine nicht reicht und dass viele Eltern sich an der falschen Stelle den meisten Druck machen. Und genau diesen möchte ich dir jetzt nehmen. Ich möchte dir zeigen, wie du ganz einfach und alltagstauglich dein Kind genau für diese Momente stärkst.

Diese Fähigkeiten helfen Kindern beim Schulstart oft viel mehr

Wenn ich gefragt werde, was ein Kind wirklich fit für die Schule macht, nenne ich nie zuerst Zahlen oder Buchstaben. Ich nenne das, was ich selber täglich mit den Vorschulkindern mache: Nämlich die Fähigkeiten stärken, die Kindern helfen, auch dann weiterzumachen, wenn es mal schwierig wird. Doch was genau soll das sein?

Damit du dir etwas mehr davon vorstellen kannst, hier einige Beispiele für dich:

Es geht nicht darum, dass dein Kind stundenlang am Tisch sitzen kann. Es geht darum, ob es einer Geschichte zuhören kann, ob es ein Spiel zu Ende spielt, ob es bei einer kleinen Aufgabe bleibt, auch wenn es kurz langweilig oder herausfordernd wird. Diese Art von Konzentration zu fördern ist viel alltagsnäher als jedes Arbeitsblatt.

Was kann helfen? Regelmäßiges Vorlesen.

Wenn etwas nicht sofort klappt, z.B. der Turm umfällt, das Bild nicht so aussieht wie gewollt oder die Aufgabe zu schwer erscheint, wie reagiert dein Kind dann? Kinder, die gelernt haben, kurze Frustrationsmomente auszuhalten, ohne sofort aufzugeben, haben in der Schule einen riesigen Vorteil, weil sie wissen, dass sie es einfach nochmal probieren können und dass gewisse Dinge einfach Zeit und Übung brauchen.

Was kann helfen? Sprich offen über eigene Fehler und zeige deinem Kind, dass auch Erwachsene nicht alles wissen und Fehler machen.

Selbstvertrauen bei Kindern zeigt sich nicht darin, dass sie laut und mutig sind. Es zeigt sich darin, ob ein Kind eine Frage stellt, wenn es etwas nicht versteht. Ob es eine neue Situation wagt, auch wenn es unsicher ist. Ob es sagt: „Ich probiere es mal.“ Dieses Zutrauen ist eine der wichtigsten Grundlagen dafür, dass Lernen leichter gelingt.

Was kann helfen? Dein Kind daran erinnern, dass Lernen ein Prozess ist und das Wort „noch“ bewusst einführen.

Kann dein Kind seinen Ranzen einpacken? Weiß es, was es tun kann, wenn es seinen Stift nicht findet? Kann es um Hilfe bitten, ohne zu warten, bis jemand von selbst kommt? Selbstständigkeit bedeutet nicht, dass Kinder alles alleine können müssen, sondern dass sie ein Gefühl dafür entwickeln, dass sie Dinge selbst in die Hand nehmen können.

Was kann helfen? Stelle Fragen statt sofort Lösungen vorzugeben.

Stell dir vor, dein Kind hat Angst vor dem ersten Schultag. Ein Kind, das gelernt hat, über seine Gefühle zu sprechen und sich Hilfe zu holen, wird diese Situation ganz anders meistern als ein Kind, das nicht weiß, wohin mit dieser Angst. Es geht nicht darum, dass dein Kind keine Angst hat, sondern dass es zu dir kommt und offen über seine Gefühle und Sorgen mit dir sprechen kann. Denn du gibst deinem Kind Sicherheit, auch wenn du nicht bei allen Situationen dabei bist.

Was kann helfen? Benenne Gefühle laut, wenn du sie bei deinem Kind wahrnimmst.

In der Praxis begegnen mir immer wieder Situationen, in denen Kinder an vermeintlichen Kleinigkeiten „scheitern“. Und das erzeugt beim Kind ganz große Unsicherheiten. Die gute Nachricht ist, dass du dein Kind genau auf solche Situationen vorbereiten kannst, indem du kleine Alltagssituationen bewusst nutzt.

Was ich in der Vorschulpraxis immer wieder beobachte

Ich arbeite seit über zehn Jahren mit Kindern und Familien. Und eins kann ich dir ganz ehrlich sagen: Die Kinder, über die sich Eltern am meisten Sorgen machen, sind selten die, die noch keine Buchstaben kennen.

Es sind die Kinder, die schon viel können, aber sofort verzweifeln, wenn etwas nicht klappt. Die Kinder, die in der Gruppe still werden und sich nichts zutrauen, obwohl sie zuhause so aufblühen. Die Kinder, die bei der kleinsten Herausforderung blockieren und sagen: „Ich kann das nicht“, bevor sie es überhaupt versucht haben.

Genauso beobachte ich aber auch am Ende eines Vorschuljahres, wie schnell sich genau das ändern kann. Wenn Kinder erleben, dass Fehler okay sind, können sie plötzlich viel besser mit Rückschlägen umgehen. Oder sie sich Hilfe holen dürfen und so, mit nur etwas Unterstützung ihrem Ziel näherkommen. Und um dir jetzt etwas den Druck zu nehmen: Das sind keine großen pädagogischen Programme. Das sind kleine Momente im Alltag, die sich summieren.

Die gute Nachricht: Viele dieser Fähigkeiten entstehen mitten im Alltag

Du musst dein Kind nicht mit noch mehr Druck auf die Schule vorbereiten, nicht stundenlang üben, kein teures Förderprogramm buchen und auch kein perfektes Lernumfeld schaffen.

Viele dieser Fähigkeiten, die dein Kind stärken und ihm den Schulstart sowie das Lernen erleichtern können, entstehen nicht am Schreibtisch. Sie entstehen beim Anziehen, wenn du dein Kind machen lässt, auch wenn es länger dauert. Beim Vorlesen, wenn dein Kind einer Geschichte folgt und dabei sein Gehirn trainiert, zuzuhören und bei der Sache zu bleiben. Beim Spielen, wenn ein Turm umfällt und dein Kind sich dazu entscheidet ihn einfach nochmal zu bauen. Beim Streiten mit dem Geschwisterkind, wenn Gefühle hochkommen und begleitet werden dürfen.

Diese Fähigkeiten wachsen in kleinen Herausforderungen und in Momenten, in denen dein Kind erleben darf: Ich schaffe das. Aber vor allem wachsen sie in einer sicheren Beziehung zu dir.

Dein erster Schritt: kleine Übungen mit großer Wirkung

Damit du schon jetzt starten kannst, habe ich das passende E-Book für dich entwickelt:

„Erste Hilfe bei Stressmomenten“

Es enthält neun Mini-Übungen für dich und dein Kind. Als zertifizierte Yoga- und Achtsamkeitstrainerin für Kinder fließt in jede Übung das ein, was ich täglich in der Praxis erlebe. Übungen, die du genau in den Momenten einsetzen kannst, die ich bereits erwähnt habe. Zum Beispiel wenn die Konzentration deines Kindes nachlässt und es einen kleinen Reset braucht, um wieder fokussiert zu sein. Oder wenn starke Gefühle hochkommen und ihr beide einen Moment braucht, um wieder runterzufahren. Ganz ohne Vorbereitung, ohne Material, mitten im Alltag.

Trag dich einfach unten ein und ich sende dir das E-Book für 0 € direkt zu.

Deine Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuche es erneut.
Danke für dein Vertrauen! Schau gleich in dein Postfach, dein E-Book wartet dort schon auf dich.

Hol dir dein E-Book für 0 €

Wir verwenden Brevo als unsere Marketing-Plattform. Indem du das Formular absendest, erklärst du dich einverstanden, dass die von dir angegebenen persönlichen Informationen an Brevo zur Bearbeitung übertragen werden gemäß den Datenschutzrichtlinien von Brevo.

Weil ich mir wünsche, dass alle Eltern und Kinder den Übergang von der Kita zur Schule ohne Druck und Angst erleben dürfen, arbeite ich gerade an einem kompakten Schulstart-Guide direkt aus meiner Vorschulpraxis. Es ist ein Begleiter, der dich und dein Kind in dieser besonderen Zeit unterstützen kann. Ich gebe dir konkrete Impulse an die Hand, wie du dein Kind alltagsnah stärken und begleiten kannst. Gleichzeitig zeige ich dir anhand von echten Beispielen aus der Praxis und Alltagssituationen, warum gewisse Fähigkeiten so relevant sind und wie sie dein Kind künftig beim Lernen unterstützen können. Im Newsletter erfährst du sofort, wenn er online ist. Ich bin bereits in den Endzügen.

Diesen Begleiter wünsche ich mir für alle Eltern, um den Druck und die Angst ein wenig zu nehmen.

Fazit: Der wichtigste Gedanke zum Mitnehmen

Ein guter Schulstart beginnt nicht damit, dass dein Kind alle Buchstaben kennt oder bis hundert zählen kann. Er beginnt damit, dass dein Kind sich sicher fühlt, dass es sich etwas zutraut und dass es weiß, wenn etwas nicht beim ersten Mal klappt, es okay ist.

Und genau das wächst nicht durch Vorschulhefte oder Lernprogramme. Es wächst mitten im Alltag. In den Momenten, die du sowieso schon mit deinem Kind teilst.

Wie dein Kind lernt zu lernen, beginnt weit vor der Schule.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen